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Vertrauen in Seilschaften - Teil 2: beim Klettern


     Klettern am Seil ist Teamwork. Reduzieren wir das Klettern auf die kletternde oder die sichernde Person als Einzelne, würden wir wichtige Aspekte des Kletterns ignorieren. Gedankliche Blockaden behindern das Klettern am Limit . Missverständnisse in der Seilschaft führen zu Frust.

 

Wir wollen ein WIR Gefühl fördern. Wir glauben, dass durch Vertrauen und Kommunikation in der Seilschaft das Klettern zu einer (noch) schöneren Erfahrung wird. 

 

Doch wie baue ich es auf, das Vertrauen? In einer 4-teiligen Blogserie zum Thema "Vertrauen in der Seilschaft" beleuchten wir das Thema auf der menschlichen Ebene. Wir sprechen Unausgesprochenes an. Wir unterstützen euch mit konkreten Strategien , ein richtig starkes Team zu werden!

 

Was die Grundvoraussetzungen für Vertrauen sind und wie man Vertrauen bereits am Boden aufbauen kann, liest Du in Teil 1 unserer Serie. 

Vertrauen in der Höhe

Ein vertrautes Gefühlt zum Kletterpartner am Boden ist der erste Schritt für ein gutes Team. Damit ist es noch nicht getan, denn die Verunsicherung kann besonders in der Höhe wieder präsent werden. Wie der Kunde König ist, ist auch die Kletterin Königin! Vollstes Vertrauen in den Sicherungspartner erhöht nämlich die Bereitschaft, am Limit Klettern zu können. 

 

Die folgenden 4 Dinge kannst Du tun, um das Vertrauen des Kletterers für Dich zu Gewinnen.

 

1. Aufmerksamkeit: mit Kontinuierlichem Blickkontakt nach oben zeigst du Präsenz. Sollte Deine Kletterpartnerin nach unten blicken, wird sie Dich beim aufmerksamen Beobachten erwischen. Angst vor der Nackenstarre? Benutz gerne eine Sicherungsbrille! Wir bei Climbe nutzen IMMER eine, um unseren Nacken und die Nerven unserer Kletterpartner zu schonen ;).

 

2. Seilhandling: Wenn Du aufmerksam bist, kannst Du immer vorausschauend Seil ausgeben. Wenn Du merkst, der Kletterer setzt zum Clippen an und greift zum Seil, kannst Du eine Sekunde davor die notwendige Seilmenge rausgeben. Gibst du das Seil zu früh, ist die Zeitspanne mit Schlappseil größer und die Gefahr eines weiten Sturzes erhöht. Beim Anblick Deiner Schlappseilmenge kann das Misstrauen in deine Sicherungskompetenz wachsen.

 

Die Credos beim Seilhandling: so viel wie nötig, so wenig wie möglich. Seil geben kurz bevor der Kletterer höher steigt oder zum Clippen ansetzt. Seilzug schafft nicht unbedingt mehr Sicherheit!

 

3. Bedienungskompetenz: Du hast ja bereits am Boden erklärt wie Dein Sicherungsgerät funktioniert und auf mögliche Fehlverhalten hingewiesen. Bediene nun das Sicherungsgerät flott und selbstbewusst, ohne "Hackeln" und selbstverständlich ohne die üblichen Gerätefehler. Flottes Seilausgeben, wie in Punkt 2 beschrieben, ist ein Zeichen auch dafür, dass Du mit Deinem Sicherungsgerät umgehen kannst!

 

4. Kommandoreaktion: Am Boden habt ihr eure Kommandos ausgemacht. Gibt die Kletterin ein Kommando, kannst Du durch eine sofortige Reaktion beweisen, dass Du aufmerksam bei der Sache bist. War das verbale Kommando zu leise oder Aufgrund von Hallengeräuschen nicht zu hören, lohnt es sich gemeinsam über nonverbale Kommandos nachzudenken!

Im Teil 3 erfährst Du, wie man beim Halten eines Sturzes das Vertrauen aufrechterhalten oder sogar verstärken kann!

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